Karneval - und hoch lebe die Kinderarbeit?

Danke an: Alexandra H.  / pixelio.de
Danke an: Alexandra H. / pixelio.de

Namasté!

 

Einen passenderen Beginn kann ich mir für so einen Artikel nicht vorstellen. Mamasté beduetet sinngemäß so viel wie "Ich sehe dich, wie du von Natur aus bist" oder "Das Göttliche in mir, neigt sich vor dem Göttlichen in dir".

 

So einen Anfang brauche ich, da ich soeben eine Freundin gedanklich heftig verurteilt habe. Und das geht eben nur, wenn ich vergesse, dass auch sie ein wertvolles Geschenkt für die Welt und für mich ist!

 

 

Doch wie kam es dazu..

 

Anlässlich einer bevorstehenden Karnevalfeier, an der unser Sohn Lutz erstmalig kostümiert teilnehmen wird, überlegten wir, wie wir es uns leisten können, ihm ein einfaches Geisterkostüm zu erschaffen.

 

Die Planung, wie es ausschaut und wie es zu machen sei war schnell fertig. Doch haben wir keine Nähmaschine. also sagte ich, entweder wir finden jemanden, der es zu einem Preis herstellen kann, den wir zahlen können, oder wir nähen es von Hand.

 

Also frug ich im näheren Freundeskreis nach, wer nähen kann, damit wir für Lutz ein Karnevalskostüm nähen lassen können. Zur Antwort bekam ich: „Schätzelein, das lohnt sich nicht.  Da gehst du zu KIK, da kostet ein Kostüm 2,96 €.“

 

Menschlich, dass ich unterbrach und sagte, dass ich dort nicht kaufen würde, weil ich damit Kinderarbeit finanzieren würde. Doch dann hörte ich einen Satz, den ich noch nie gehört habe:

 

„Zum Glück!“ gefolgt vom Satz „“Die würden ja sonst verhungern.“

 

Ich sagte daraufhin, dass ich jetzt auflegen würde, weil ich spüre, wie die Wut in mir aufsteigt.

 

 

Wie kann es sein, dass erwachsene Menschen so denken?

 

Ich sehe diverse Lösungswege, damit Kinder ohne Arbeit und Existenz bedrohenden Hunger überleben:

  

1. Wir verbieten Unternehmen, wie KIK, IKEA, etc. die Tätigkeit, wenn sie Menschen zu Menschen unwürdig Bedingungen einstellen. Selbstredend erst recht, wenn Sie Kinde reinstellen.

 

2. Wir fordern endlich, dass die Armut ausgerottet wird und unterstützen diese Forderung, in dem wir genau das vorleben.

 

Dies können wir, in dem wir Güter nur da kaufen, wo es höchstwahrscheinlich ist, dass die Menschen, die sie erschaffen, anständig bezahlt werden.

 

Des weiteren kaufen wir, wenn wir uns die Preis nicht leisten können, gebrauchte Sachen ein, bzw. Kaufen einfach mal weniger.

 

Wir als Hartz IV-Empfänger leben so. Und nicht erst, seit dem wir Hartz IV erhalten. Auch vorher schon habe ich keine neue Kleidung mehr gekauft, weil ich mir öko-Textilien mitunter nicht leisten konnte und somit auf dem Trödelmarkt eingekauft habe.

 

3. Wir gehen endlich hin und setzen um, was die Occupy-Bewegung längst fordert. Nämlich die Rückgängigmachung der Umverteilung von unten nach oben, in dem wir einen Steuersatz auf vermögen einführen und eine Spekulationssteuer in einer Höhe, die das Spekulieren mit Lebensmitteln und Rohstoffen, wie auch die pure Geld-in-Geld-Anlage und hier vor allem das Speed-Trading, unattraktiv macht.

 

So wird Geld wieder in die Wirtschaft geleitet.

 

4. Wir unterbinden pervers hohe Manager-Gehälter, weil sie ganz einfach sittenwidrig sind. Was braucht ein Manager 300 mal mehr Geld als sein Angestellter? Mein Großvater war auch Unternehmer und er hat nur einen Bruchteil von dem gehabt, was ein Manager heute fordert und erhält! Sein Einkommen war nicht einmal zwei mal so hoch, wie das seiner Angestellten!

 

5. Das frei gewordene Geld nutzen wir endlich, um das Schenken und Teilen aufzugreifen, was di Natur uns vorlebt und von dem wir in weiten Teilen des Lebens abgekommen sind.

 

 

Wir können schon heute Nahrung für 12 Milliarden Menschen produzieren!

Wir tun es nur nicht, weil sich 3 Milliarden Menschen diese Nahrung nicht leisten können und verdammen dann 1 Milliarde Menschen der Hungersnot in der Form, dass  alle paar Sekunden ein Kind am Hungertod stirbt.

 

So und auch mit dem Aufzeigen der Lösungen schaffen wir es evtl. Menschen, wie die aus unserem Bekanntenkreis,  dazu einzuladen tiefgehender zu denken und die Systeme nicht nur zu hinterfragen, sondern eben auch zu fragen: „Wie kann ich dazu beitragen, dass weniger Leid auf der Welt existiert?“

 

Vielleicht kommt dann auch bei diesen Menschen der Gedanke auf:

 

„In dem ich noch weniger konsumiere und mir Gedanken darüber mache, ob ich das eine oder andere Produkt wahrlich brauche oder das Geld sinnvoller einsetzen kann. Sinnvoll im Sinne von ein mehr an sozialem und/oder ökologischem Ausdruck, trage ich dazu bei, das Leid auf der Welt zu reduzieren."

 

JedeR kann die uns eingetrichterten Denkpfade, von denen gewünscht ist, dass wir sie denken, weil wir so eben nicht die Strukturen hinterfrageb, jerderzeit verlassen. JedeR kann erkennen lernen, dass es beider Wahl zwischen Pest (Kinderarbeit) und Cholera (Verhungern) auch noch andere Wahloptionen gibt.

 

Jene, die den Weg in die Freiheit bedeuten nämlich. Raus aus der Ausbeutung. Raus aus dem Leben auf Kosten anderer. Und hinein in ein gesundes Miteinander. Schenkend und teilend. wie es die Natur uns vormacht.

 

Danke, für deine Aufmerksamkeit!

 

 

Herzliche Grüße

 Axel

 

 

 

 

 

 

 

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Medica Mentem 

ist latainisch

und bedeutet so viel wie

Heile den Geist“.

Wir nutzen den Begriff im Sinne von:

„Wessen Geistes Kind bist du?“.

 

Wir haben uns der Herausforderung gestellt

immer öfter, umfassender und langanhaltender

den Geist des Natürlichen, das Miteinanders,

zum Ausdruck zu bringen.

 

Daher schaffen wir auch seit 2012 daran einen Abenteuerhof für Kinder auf Basis der Permakultur aufzubauen, der von unseren Mitmenschen auch angenommen wird.

 

Dafür sind wir seit Juli 2016 dabei wieder von vorne anzufangen. Den auf dem ersten Hof, war vieles anders als erhoffft. Vor allem wurde unser Tun nicht Wert geschätzt, sondern sabotiert und wir diskreditiert.

 

Vorzuleben, ob und wie wir es schaffen, öfter zufrieden, öfter im Sein zu sein, das ist das Ziel, also auch der Weg.  


 

 

 

 

 

 

Gästebuch:

Kommentare: 4
  • #4

    Heike Sprave (Mittwoch, 04 Januar 2017 22:58)

    Eine wunderbare Seite. Es lohnt, sich darin zu vertiefen - vor allem wenn einem bewusst ist, dass der Mensch nur wenig braucht um Mensch zu sein. Danke für die vielen Informationen

  • #3

    Biene (Donnerstag, 05 November 2015 13:45)

    Hallo, die Seite ist sehr schön gestaltet. Vielleicht wäre es aber doch gut, ein Rechtschreibprogramm zu finden ;o)

  • #2

    Gabi und Franz (Donnerstag, 27 August 2015 13:10)

    Hallo Axel, habe endlich Zeit und Ruhe gefunden durch eure Seiten zu klicken und habe viel von dem wiedergefunden was wir suchen. Arbeite immer noch deine Massage von Bückeburg auf. Hoffe wir sehen uns bald wieder. Unbekannterweise liebe Grüße an deine Familie von uns.

  • #1

    Ralf (Freitag, 24 Juli 2015 12:49)

    Tolle Seite,

    danke für deine Massage in Bückleburg und für die Übungsanleitungen. Die "ziehen" wirklich rein.

    Gruss
    Ralf