Zurück zu den Wurzeln

Namasté.

 

Aktuell fügt sich wieder einmal so viel, wie ich es lange nicht mehr erlebt habe. Es begann damit, dass ich einem Rat einer Freundin nicht folgen wollte, noch einmal mit ihr in den Dialog kam und letztlich dann doch ihrem Tipp folgte.

 

Der nächste Schritt war eine Mail an Menschen, die ich nicht kannte. Und ich erhielt eine Antwortmail mit der Bitte um Rückruf.

 

Nachdem ich dann anrief und auf der anderen Seite abgehoben wurde, entwickelte sich ein Gespräch zwischen Freunden, die sich noch nicht in diesem Leben getroffen hatten. Kennst du das? Du sprichst mit wem, den du zuvor nicht kanntest, traust ihm jedoch sofort absolut und unterhältst dich mit ihm/ihr über Themen, die du ggf. noch nicht einmal, bzw. nur mit sehr wenig mit anderen Menschen besprochen hast? So in etwa lief dieses Gespräch ab.

 

Zwar besprachen wir hierbei de facto nichts, was ich nicht auch anderen schon gesagt hatte, doch fühlte ich etwas, was ich bei Fremden, was ich selbst bei manchem als Freund wahrgenommenen Menschen eher selten erlebe. Absolute Harmonie.

 

Logisch, dass ich diesen Menschen so zeitnah wie möglich persönlich und vor Ort mit all meinen sinnen erleben wollte, oder? Also kamen wir überein, dass ich für ein Wochenende zu dieser Familie fahren würde. Der erste Termin wurde abgesagt. doch dann war es endlich so weit.

 

Am 02.01.2015 fuhr ich nach Klein Bartensleben, um Michi, Thorsten und Adrian zu besuchen und mit ihnen gemeinsam zu schauen, ob unsere, ich nenne es mal Seelen-Freundschaft intensiv genug ist, dass wir auch in diesem Leben miteinander schreiten wollen, ich also empfinde, dass es direkt hilfreich ist, dass wir dort unser neues Zuhause gründen.

 

Die Fahrt dorthin war sehr angenehm und kurzweilig. Obwohl ich, wie bei mir üblich, weite Strecken ohne Beschallung durch Radio oder CD oder anderes fuhr. Allein meine Gedanken, Gefühle und Eindrücke des Seins, wie auch das Fahren an und für sich waren meine Beschäftigung. Früher wär ich keine Minute ohne Musik ausgekommen! Doch heute bin ich lieber mehr bei mir.

 

Die Ankunft war dann auch wieder bemerkenswert. Mein Auto und ich fanden den Weg eher "zufällig" wie viele Menschen sagen würden. Nun glaub ich jedoch nicht an Zufälle im Sinn von Willkür, sondern nur im Sinn von "es fällt dir zu, weil du so weit bist". Zuerst dachte ich, mich doch verfahren zu haben und wendete. Dafür jedoch hatte ich auf eine Hofauffahrt zu fahren. Und während ich den Rückwärtsgang einlegte, bekam ich Blickkontakt mit einer "natürlichen", also einer naturnah lebenden Frau, wie ich sofort erfasste. wir winkten uns zu und es war klar, dass ich hier passend war.

 

Ihr Mann kam heraus und ich wurde herzlich begrüßt. Um das Ganze abzukürzen, es war ein sagenhaftes Wochenende! Wir sprachen und weinten viel, lachten seltener und kamen uns in diesem Leben sehr nahe. Logisch, dass ich danach lechzte nun einen Hof finden zu können, der uns als neues Zuhause dient.

 

Thorsten und ich fuhren also gleich am ersten Tag los, damit ich einen Hof auf mich wirken lassen konnte, der in seiner Sicht noch vermietet war. Vor Ort erlebten wir dann den Eindruck, dass der Hof nicht bewohnt ist. Das Umfeld war eher abschreckend, obgleich der Nachbarhof von mir als sehr angenehm empfunden wurde. Die direkte Nachbarschaft wirkte auf mich, wie eine "Ruine". Zumindest wie eine Baustelle. Und irgendwer hatte einen uralten Baum, der zum Hof gehörte und seitlich vor dem Tor stand gefällt. Geradezu schmerzerfüllt kam mir der Ort vor. Es gab auch keine Möglichkeit einen Nachbarn zu sprechen und so zu erfahren wer der Eigentümer war. Kurzum, es gab sogenannte Hindernisse hier, direkt weiter voran zu kommen.

 

Also fuhren wir zurück, setzten uns wieder in die gemütliche Küche des alten Fachwerkhauses, in dem unsere Freunde wohnen und sinnierten weiter. Ich frug, ob es denn im selben Ort keinen Hof gäbe. Und nach erster Verneinung, schoss es förmlich aus Michi raus, dass doch der Nachbarhof... ...und während sie dies sagte blickte ich aus dem Fenster und sah jemand in einem Nachbarhof etwas aus einem Fenster heraus ausschütteln. Und, ja, es handelt sich genau um diesen Hof.

 

Üblicherweise lebe dort lediglich noch ein älterer und pflegebedürftiger Herr. In Ordnung für uns, sagte ich, den können wir ja in unserer Familie aufnehmen und ihm den Alltag erleichtern und ein lebenslanges Wohnrecht gewähren. Und da Michi, wie auch Thorsten der Meinung waren, dass eher selten jemand auf diesem Hof ist, der in der Lage ist uns einen Kontakt zum Eigentümer zu machen, gingen Thorsten und ich rüber, um mit dem Menschen zu sprechen, den ich da soeben am Fenster gesehen hatte.

 

Am Hof angekommen dachten wir zuerst, dass niemand mehr da sei, doch ein gewagter Blick über die Hoftür lies erfassen, dass ein Auto im Hof steht. Auf unser Klingeln jedoch hatte sich niemand gemeldet. Was tun? Na, die Tür war auf... ...also wagten wir uns das Grundstück ohne Erlaubnis zu betreten und riefen mehrfach freundlich ein fragendes "Hallo!". Doch weder aus dem Haus, noch aus der Richtung des Autos, hinter dem Geräusche des Handwerkens wahrzunehmen waren, kam eine Antwort.

 

Als wir dann am Ort des Schaffens eintrafen, sahen wir, wie sich später herausstellte den Bruder der Eigentümerin und erfuhren, dass der hof nicht zu verkaufen, aber evtl. einer Stiftung zu überschreiben sei, die sich dem Erhalt des Hofes widmet, damit dieser hof nach 300 Jahren Familienbesitz nicht einfach so aus der Hand gegeben würde. Für uns absolut in Ordnung, da wir "langfristig nutzen können" dem "besitzen wollen" den Vorzug geben.

 

Inzwischen kamen "der Bruder" und ich überein, dass wir Du zueinander sagen wollen, da wir die "Chemie" als stimmig empfanden. Ich schlug letztlich vor, dass ich nach Ankunft in Niedersachsen gleich eine Mail an ihn schreiben würde, die zum einen unsere Projekt-Präsentation und zum anderen ein persönliches Anschrieben enthalten würde, was sich mehr oder weniger an seine Frau richte, da sie die Eigentümerin des Hofes und damit die entscheidende Kraft ist. Nachdem wir uns verabschiedet hatten, gingen Thorsten und ich somit von dannen. Bevor wir jedoch den Hof verlassen konnten, wurden wir, so zu sagen "von hinten" angesprochen. Eine ältere Dame stand vor dem Windfang und hatte uns angesprochen. Ich glaube, es ging darum, wo ihr Mann sei. Jedenfalls verabschiedeten wir uns nach Beantworten der Frage und ich wünschte noch nachträglich ein "frohes Neues Jahr", was freundlich erwidert wurde.

 

Das Wochenende nahm danach seinen Lauf. Genau so intensiv, wie es begonnen hatte. Ich lernte gleich fünf Freunde der Familie kennen und erlebte diese fast allesamt als ebenfalls "nahe", zumindest aber als querdenkend und als "meines Gleichen", wie es umgangssprachlich oftmals ausgedrückt wird.

 

Als der Abschied kam spürte ich das körperliche Unwohlsein was sich einstellt, wenn Mensch eine liebgewonnene Räumlichkeit, bzw. liebgewonnene Menschen nicht verlassen will. Auf der einen Seite rief die Liebe in mir nach meiner Familie. auf der anderen wollte sie jedoch auch hier bleiben. Als ich dann abfuhr, fuhr ich einer sehr dunklen Wolkenfront entgegen, die sogleich an einer Stelle von Sonnenstrahlen durchbrochen wurde. Das Licht wurde immer heller, da die Wolkenlücke schnell größer wurde. So groß, dass ich die Sonne zur Gänze scheinen sehen konnte. Danach wurde die Wolkenlücke minutenlang nicht größer oder kleiner und es festigte sich der Eindruck:

 

"Jetzt geht es raus aus einer Zeit der Dunkelheit. Hinein in eine Zeit des Lichts."

 

Die Fahrt zurück kam mir, was selten bei mir sit, noch kürzer vor, als die Hinfahrt. Zuhause saßen wir sogleich zusammen, damit ich meine Eindrücke schildern konnte. Und wir kamen überein, so zeitnah wie möglich als Familie nach Klein Bartensleben fahren zu wollen.

 

Und so begann ich also am nächsten Tag mit der Neuformulierung unserer Projekt-Präsentation, sandte diese Michi zu und erfuhr von ihr, dass sie den Text als schwer greifbar und eher ermüdend empfand. Nee, so was konnte ich niemandem zusenden, von dem ich mir wünsche, dass er sich uns "öffnet". Zu viel Fremdworte, zu viele und zu lange Schachtelsätze. Tja, ich mag das, weil ich das Spiel mit den Worten liebe. Aber ein Weg zu jemandem, der diese Spiel evtl. nicht mag, ist das nicht.

 

Also formulierte ich um und teilte Sätze. Das Ergebnis gefiel mir. Hatte ich doch auch die vorhandenen den Text begleitenden Fotos zum Teil durch neuere ersetzt, bzw. um neuere erweitert. womit jedoch auch eine Texterweiterung einher ging und wir nun an Stelle von ohnehin schon 9 Seiten Text nun sagen und schreibe 11 Seiten hatten. zu viel. Viel zu viel, um jemandes Interesse aufrecht erhalten zu können, wie ich dachte. Trotzdem sandte ich die Präsentation Michi noch einmal zu.

 

Es war inzwischen spät in der Nacht und ich machte den PC aus. auf dem Weg ins Bett dachte ich dann, dass es sinnvoll ist, eine Kurzfassung zu schreiben, die maximal eine Seiter lang sein soll. Diese, wie auch die komplette Präsentation wollte ich dann, mit einem persönlichen Begleittext an die Eigentümerin und ihren Mann senden. Klar, vorher noch an Michi. doch jetzt war Schlafenszeit. Endlich.

 

Am nächsten Tag schrieb und schrieb ich. Stunde um Stunde, wie am Tag zuvor. zuletzt hatte ich dann alles in der Urfassung und sandte es an Michi. am Telefon sprachen wir dann das eine oder andere durch, ergänzten kurzatmig, strichen Überflüssiges und merzten Schreibfehler aus. Mir half sehr, dass Michi den Text vom Herzen her erfasste, während ich ihn intellektuell in Augenschein nahm. Dann waren wir fertig. Danach kamen wir noch überein, dass wir am 17./18.01. 2015 mit der Familie wieder "einfliegen" wollen würden und verabschiedeten uns.

 

Und so sandte ich den Text, samt der beiden PDF-Dateien also an den Mann der Eigentümerin und übe mich nun bis zur Antwort von dort in Geduld. Logisch, dass ich auch mitteilte, dass wir gern am 17./18. den Hof genauer erleben möchten. - Mal sehen, was sich nun weiter, scheinbar wie von selbst, ergibt.

 

Herzliche Grüße

Axel

 

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Medica Mentem 

ist latainisch

und bedeutet so viel wie

Heile den Geist“.

Wir nutzen den Begriff im Sinne von:

„Wessen Geistes Kind bist du?“.

 

Wir haben uns der Herausforderung gestellt

immer öfter, umfassender und langanhaltender

den Geist des Natürlichen, das Miteinanders,

zum Ausdruck zu bringen.

 

Daher schaffen wir auch seit 2012 daran einen Abenteuerhof für Kinder auf Basis der Permakultur aufzubauen, der von unseren Mitmenschen auch angenommen wird.

 

Dafür sind wir seit Juli 2016 dabei wieder von vorne anzufangen. Den auf dem ersten Hof, war vieles anders als erhoffft. Vor allem wurde unser Tun nicht Wert geschätzt, sondern sabotiert und wir diskreditiert.

 

Vorzuleben, ob und wie wir es schaffen, öfter zufrieden, öfter im Sein zu sein, das ist das Ziel, also auch der Weg.  


 

 

 

 

 

 

Gästebuch:

Kommentare: 4
  • #4

    Heike Sprave (Mittwoch, 04 Januar 2017 22:58)

    Eine wunderbare Seite. Es lohnt, sich darin zu vertiefen - vor allem wenn einem bewusst ist, dass der Mensch nur wenig braucht um Mensch zu sein. Danke für die vielen Informationen

  • #3

    Biene (Donnerstag, 05 November 2015 13:45)

    Hallo, die Seite ist sehr schön gestaltet. Vielleicht wäre es aber doch gut, ein Rechtschreibprogramm zu finden ;o)

  • #2

    Gabi und Franz (Donnerstag, 27 August 2015 13:10)

    Hallo Axel, habe endlich Zeit und Ruhe gefunden durch eure Seiten zu klicken und habe viel von dem wiedergefunden was wir suchen. Arbeite immer noch deine Massage von Bückeburg auf. Hoffe wir sehen uns bald wieder. Unbekannterweise liebe Grüße an deine Familie von uns.

  • #1

    Ralf (Freitag, 24 Juli 2015 12:49)

    Tolle Seite,

    danke für deine Massage in Bückleburg und für die Übungsanleitungen. Die "ziehen" wirklich rein.

    Gruss
    Ralf