Wenn Mensch etwas tut, was gegen die Meinung der "Massen" ist...

Hallo,

 

Wir halten unsere Tiere permakulturell, also artgerechter als es jede Bio-Verordnung vorschlägt. Wir setzen um, was der Weltagrarbericht seit 2008 immer wieder vorbetet.

 

Und trotzdem stehen wir vor dem Aus?

 

"Warum eigentlich wird so oft ausschließlich jenen geholfen, die etwas gewerblich machen?". Diese Frage stelle ich mir oft.

 

Wobei mir die Antwort absolut bewusst ist: Weil die meisten Mitmenschen zu einer Schicht gehören die damals im alten Griechenland mit dem Begriff "Idios" belegt wurde. Das waren Menschen die zu funktionieren und die Systeme nicht zu hinterfragen hatten. Heute kommt dazu eine neoliberal kapitalistisch gewollte Verdummschulung hinzu, dank der die meisten Menschen keine mündigen BürgerInnen mehr sind, sondern stumpfsinnige Konsumenten, die der billige Preis weit mehr interessiert als die asozialen und antiökologischen Zustände dank derer er erst möglich wird. Und, weil der neoliberale Kapitalismus zwar aktuell zusammen bricht, sich aber kaum noch jemand vorstellen kann, dass es auch ohne die totale Ökonomisierung und ohne Ausbeutung gehen kann.


Wir haben einen permakulturell betriebenen Abenteuerhof für Kinder aufgebaut, der jedoch nicht angenommen wird, und halten aktuell über 80 Geflügeltiere, von denen die meisten Hühner sind. Die Rassen sind überwiegend KEINE Hybriden, sondern Orpington, Amrock, Jersesy Giant, Brahma, Maran und Araucana. Hähne halten wir auch, weil wir Naturbrut bevorzugen und nicht wollen, dass "unproduktive "Mitfresser" lebend geschreddert werden. Bei uns lebt ein Hahn so lange, bis er ein anderes Zuhause findet oder als Braten endet. Wobei er zuvor schamanisch von mir geschlachtet wird, damit Leid und Quälerei außen vor bleiben.

 

Die Eier, ca 20 Stück am Tag,  bekommen wir nur schwerlich verkauft. Und das auch noch, obwohl so mancher gewerbliche Halter aktuell überhaupt keine Eier zu verkaufen hat, wie wir von einer Kundin erfuhren, deren Bruder konservativ Hennen hält.

Und auch obwohl wir, bzw. scheinbar gerade weil wir, die Tiere im Freiland auf ca. 3000 m²  halten, dem Tier also weit mehr Raum bieten als jede Bio-Verordnung es vorschreibt und ausschließlich Bio füttern (Futter von Mayer zu Bakum und vom Biohof Esperde) und vielleicht auch, weil wir dies eben (noch?) nicht gewerblich machen können.

Daher haben wir Angst, dass wir kurz vor dem Aus stehen, obwohl wir alles umsetzen, was der Weltagrarbericht seit 2008 vorschlägt!

Warum stehen wir also vor dem Aus? Weil wir sind wie wir sind und wir selbst die Ursache sind für das was wir erleben. Weil wir anders sind und dass hier in der Region gleichzusetzen ist "Ihr gehört hier nicht hin. Ihr müsst weg.". Weil kolportiert wird, dass wir unsere Miete nicht zahlen obwohl wir sie de facto kürzten, da der Vermieter Mietmängel nicht beseitigt hat und es noch immer Richter gibt, die Prozesse führen wie Gebrauchtwarenhändler ihre Autos verkaufen (Gefälligkeitsgutachten). Immerhin. Das Räumungsurteil gegen uns ist seltsamer Weise noch immer nicht gesprochen! Wofür wir sehr dankbar sind! ♥ - Doch was nutzt das, wenn noch immer kein anderer Hof in Sicht ist, den wir nutzen können? "Geduld nur, Geduld." ist nach drei Jahren leichter gesagt als gelebt, wie wir bemerken.


Wahrscheinlich stehen wir auch so nah am "Aus", weil wir in einer Region Niedersachsens unser öko-soziales Projekt betreiben, die irgendwie noch geistig zwischen Mittelalter und Nazi-Deutschland zu liegen scheint. Hier wird brav ausgebeutet und dies nicht als solches oder eben als die einzige Möglichkeit wahrgenommen, dank der die eigene Existenz gesichert werden kann. Hier werden Andersdenkende gemobbt, denunziert und ihnen wird eben nicht geholfen. Das ist wie früher im Kindergarten oder in der Schule: "Mit dem darfst du nicht spielen, der ist doof! Spielst du doch mit ihm, spielen wir nicht mehr mit dir."

 

Daher erhalte ich trotz meiner Fähigkeiten keine Einnahmen jenseits von Hartz IV und deswegen bekommen wir auch die Eier unserer Hennen nur schwer verkauft, scheint mir.

 

Dabei bieten wir alles auf Basis eines Vorschlagspreise an! Jeder kann diesen Preis zahlen oder einen eigenen Preis wählen!

 

Im Falle unserer Tiere kommt hinzu, dass wir unsere männlichen Küken nicht nur leben, sondern auch länger leben lassen als es beispielsweise in der lobenswerten Bruderhahn-Initiative der Fall ist.

 

Unsere Hennen sind eher ineffizient was die Legeleistung angeht und ich schlachte die Tiere, die als Lebensmittel dienen sollen nur schamanisch auf dem Hof (Warmblutschlachterei. - Qualfrei für das Tier), höhere Qualität des Fleisches).

Weil wir Hartz IV-Empfänger sind, die unter Aufbringung so manchen Verzichts den Hof ohne Unterstützung von Behörden, geschweige denn dem sogenannten jobcenter, oder Banken aufgebaut haben, sind wir mächtig stolz auf uns, aber eben auch ein "sozialschmarotzender" Dorn im Auge so manch eines Mitwohners.Nur wenige haben erfasst, dass der Mensch um so mehr auf Kosten anderer lebt, je mehr er sein Eigen nennt, er besitzt, er nutzt, er gebraucht und konsumiert. - Und so finden wir deswegen wohl auch keinen anderen Hof in der Region. Wer will schon Mieter oder Käufer haben, von denen gesagt wird, dass sie ihre Verpflichtungen nicht einhielten und "Querulanten" seien?

 

Doch auch überregional finden wir seit drei Jahren keinen Hof! Was wohl an unserer Einstellung liegt, nie wieder Sklave einer Bank sein zu wollen, keine Nennenswerten Rücklagen haben und also einen Hof nur via Mietkauf, Kauf auf Rentenbasis oder Nutzung über eine Langzeitpacht machbar ist, diese Varianten aber eben nicht mehr en Vogeu sind, wie uns scheint.Meine Großeltern haben so noch ihre Immobilien verkauft. Und mindestens ein Käufer hat so den dreifachen Preis für eine Immobilie bezahlt, da meine Oma so lange lebte.

Sollte dies nun nach einer "Opfermentalität" klingen, so weise ich darauf hin, dass ein Opfer längst aufgehört hätte.Auch bräuchten wir ja "nur" unsere Prinzipien ändern und die Tiere konventionell und in Massen halten, dann hätten wir bestimmt die Unterstützung manch eines Einwohners der Bergdörfer hier. Oder wir nehmen einen Kredit auf, wenn die Banken da überhaupt mitspielten und würden wieder zu Geldsklaven.

 

Doch lieber straucheln wir weiter ab und an und haben mehr Angst, als dass wir unsere Prinzipien verraten.

Aber...

...möchtest du uns vielleicht helfen?

 

Kennst du jemanden, der einen Hof abzugeben hat und sich wünscht, dass ihn Menschen übernehmen, die Kindern die Sinnhaftigkeit und Freude von einer Landwirtschaft Nahe bringen, die innerhalb der Gesetze der Natur gehandhabt wird?

Hast du finanzielle Möglichkeiten uns zu unterstützen und möchtest du uns diese zukommen lassen?

Ich danke dir jedenfalls für deine Aufmerksamkeit!

Herzliche Grüße
Axel (Wartburg) und Familie


 

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Medica Mentem 

ist latainisch

und bedeutet so viel wie

Heile den Geist“.

Wir nutzen den Begriff im Sinne von:

„Wessen Geistes Kind bist du?“.

 

Wir haben uns der Herausforderung gestellt

immer öfter, umfassender und langanhaltender

den Geist des Natürlichen, das Miteinanders,

zum Ausdruck zu bringen.

 

Daher schaffen wir auch seit 2012 daran einen Abenteuerhof für Kinder auf Basis der Permakultur aufzubauen, der von unseren Mitmenschen auch angenommen wird.

 

Dafür sind wir seit Juli 2016 dabei wieder von vorne anzufangen. Den auf dem ersten Hof, war vieles anders als erhoffft. Vor allem wurde unser Tun nicht Wert geschätzt, sondern sabotiert und wir diskreditiert.

 

Vorzuleben, ob und wie wir es schaffen, öfter zufrieden, öfter im Sein zu sein, das ist das Ziel, also auch der Weg.  


 

 

 

 

 

 

Gästebuch:

Kommentare: 4
  • #4

    Heike Sprave (Mittwoch, 04 Januar 2017 22:58)

    Eine wunderbare Seite. Es lohnt, sich darin zu vertiefen - vor allem wenn einem bewusst ist, dass der Mensch nur wenig braucht um Mensch zu sein. Danke für die vielen Informationen

  • #3

    Biene (Donnerstag, 05 November 2015 13:45)

    Hallo, die Seite ist sehr schön gestaltet. Vielleicht wäre es aber doch gut, ein Rechtschreibprogramm zu finden ;o)

  • #2

    Gabi und Franz (Donnerstag, 27 August 2015 13:10)

    Hallo Axel, habe endlich Zeit und Ruhe gefunden durch eure Seiten zu klicken und habe viel von dem wiedergefunden was wir suchen. Arbeite immer noch deine Massage von Bückeburg auf. Hoffe wir sehen uns bald wieder. Unbekannterweise liebe Grüße an deine Familie von uns.

  • #1

    Ralf (Freitag, 24 Juli 2015 12:49)

    Tolle Seite,

    danke für deine Massage in Bückleburg und für die Übungsanleitungen. Die "ziehen" wirklich rein.

    Gruss
    Ralf